Mit einer Höhenlage von nur 17 m über NHN und den weitläufigen Niederungen der Ilmenau prägen wassergesättigte Beckensedimente den Untergrund von Lüneburg. In den tonig-schluffigen Aueböden, die für die Altstadt und angrenzende Baugebiete typisch sind, entscheidet der Wassergehalt über die Tragfähigkeit. Das Baugrundlabor in Lüneburg bestimmt die Atterberg-Grenzen nach DIN EN ISO 17892-12, um die Plastizität und Konsistenz dieser bindigen Böden exakt zu klassifizieren. Die Kenntnis von Fließ- und Ausrollgrenze ist für jede Gründung in der Region essenziell, denn schon geringe Schwankungen der Bodenfeuchte verändern das Setzungsverhalten erheblich. Unsere Proben stammen direkt aus dem Lüneburger Stadtgebiet und dem Landkreis, sodass die Ergebnisse die lokale Geologie der Lüneburger Heide und des Urstromtals realistisch abbilden.
Die Plastizitätszahl nach Atterberg ist im Lüneburger Raum oft der entscheidende Parameter, um Setzungsdifferenzen zwischen Geest- und Marschböden vorherzusagen.
Örtliche Baugrundfaktoren
Die DIN 4020 verlangt für jeden Gründungsvorschlag eine Beschreibung der Bodenkonsistenz, und in Lüneburg mit seinen ausgedehnten holozänen Weichschichten ist die Nichtbeachtung der Atterberg-Grenzen ein kalkulierbares Risiko. Ein Boden, der im trockenen Sommer 2022 als steif eingestuft wurde, kann nach einem nassen Winter in einen weichen bis breiigen Zustand übergehen – die zulässige Sohlspannung sinkt dann drastisch. Die im Lüneburger Kernstadtbereich verbreiteten organischen Tone neigen zudem zu Kriechverformungen, wenn die Konsistenzzahl IC unter 0,75 fällt. Unser Labor prüft daher nicht nur die Fließ- und Ausrollgrenze, sondern ermittelt auch die Schrumpfgrenze, um die Volumenänderung bei Austrocknung abzuschätzen. Gerade bei Gründungen auf den Niederterrassen-Schluffen östlich der Ilmenau ist dieser Parameter für die Rissfreiheit von Bodenplatten und Streifenfundamenten ausschlaggebend.
Häufige Fragen
Was kosten die Atterberg-Grenzen im Labor für eine Bodenprobe aus Lüneburg?
Die Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN EN ISO 17892-12 liegt im Bereich von 50 bis 90 Euro pro Probe, abhängig von der Probenanzahl und dem Aufwand für die Homogenisierung. Bei humosen oder stark organischen Böden, wie sie im Lüneburger Urstromtal vorkommen, kann eine zusätzliche Vorbehandlung erforderlich sein.
Warum sind die Atterberg-Grenzen in Lüneburg wichtiger als in sandigen Regionen Norddeutschlands?
Lüneburg liegt am Übergang von sandigen Geestböden zu bindigen Marsch- und Aueböden der Ilmenau. Während Sande kaum wasserempfindlich sind, ändern die hier verbreiteten Tone und Schluffe ihre Konsistenz bei Wassergehaltsänderungen dramatisch. Die Atterberg-Grenzen quantifizieren genau diese Empfindlichkeit und sind daher für jede Gründung in den tonigen Bereichen der Stadt unverzichtbar.
Welche Probenmenge brauche ich für eine Atterberg-Prüfung und wie muss sie verpackt sein?
Sie benötigen etwa 200 Gramm naturfeuchten Boden in einem luftdicht verschlossenen Behälter, damit der natürliche Wassergehalt erhalten bleibt. Für eine vollständige Klassifikation mit Korngrößenverteilung empfehlen wir rund 500 Gramm. Unser Labor in Lüneburg stellt auf Wunsch Probengefäße zur Verfügung und holt die Proben im Stadtgebiet auch direkt ab.