Bei einem Erweiterungsbau nahe der Leuphana Universität standen wir vor einem typischen Lüneburger Problem: Unter einer dünnen Sandschicht folgten acht Meter extrem weiche, setzungsempfindliche Beckentone aus dem Quartär. Der Baugrund in Lüneburg ist geprägt von den eiszeitlichen Ablagerungen der Ilmenau-Niederung und darunterliegenden Salzstöcken, die zu unregelmäßigen Subrosionssenken führen können. Die direkte Flachgründung schied aus, eine Tiefgründung mit Bohrpfählen war dem Bauherrn zu kostenintensiv. Die Lösung war eine Rüttelverdichtung mit Schottersäulen, bemessen auf eine maximale Setzung von 2,0 cm unter charakteristischen Lasten. Unsere Bemessung von Schottersäulen in Lüneburg integriert die Ergebnisse der Baugrunderkundung mit den Anforderungen der DIN 4017 und den spezifischen Erfahrungen aus dem Salzstockgebiet.
In den weichen Tonen unter Lüneburg erreichen unsere bemessenen Schottersäulen einen Verbesserungsfaktor von 2,5 bis 3,0 – das reduziert Setzungen um mehr als 60 Prozent.
Örtliche Baugrundfaktoren
In Lüneburg sehen wir oft, dass der Einfluss des Grundwassers auf die Säulentragfähigkeit unterschätzt wird. Die Ilmenau und ihre Altarme führen zu stark schwankenden Wasserständen, die in Kombination mit einem feinkörnigen Baugrund zu innerer Erosion und Materialverschleppung an der Säulenoberfläche führen können. Ohne eine fachgerechte Bemessung von Schottersäulen riskiert der Bauherr nicht nur ungleichmäßige Setzungen und Rissbildungen im aufgehenden Mauerwerk, sondern auch einen fortschreitenden Verlust der Bodenverbesserung durch hydraulische Gradienten. Ein weiteres Risiko ist die unzureichende Erkundung von Subrosionsstrukturen: Trifft die Rüttellanze auf einen verkarsteten Bereich, kann es zu plötzlichem Materialverlust und Tagebrüchen kommen, die das gesamte Baufeld gefährden.
Häufige Fragen
Was kostet die Bemessung von Schottersäulen für ein Projekt in Lüneburg?
Für ein typisches Einfamilien- oder Mehrfamilienhaus in Lüneburg liegt der Aufwand für die Laboruntersuchung und die numerische Bemessung bei etwa €1.250 bis €4.400, abhängig von der Anzahl der Aufschlüsse und dem Umfang der erforderlichen FEM-Modellierung. Eine genaue Pauschale nennen wir gern nach Durchsicht des Baugrundgutachtens.
Bis in welche Tiefe werden die Schottersäulen in Lüneburg abgeteuft?
Die Einbindetiefe hängt von der Lage der tragfähigen Schicht ab. In Lüneburg reicht der weiche Beckenton oft bis in 8 bis 12 Meter Tiefe, sodass die Säulen bis in den darunter anstehenden Geschiebemergel oder Sand geführt werden müssen, um eine ausreichende Fußaufstandsfläche zu gewährleisten.
Welche Bodenkennwerte benötigen Sie für die Bemessung?
Wir benötigen die undränierte Kohäsion cu, den Steifemodul Es und den Winkel der inneren Reibung des umgebenden Bodens. Diese Werte ermitteln wir im Labor an Proben aus den Kernbohrungen, ergänzt durch Drucksondierungen (CPT) zur Bestimmung der Schichtgrenzen vor Ort.
Welchen Vorteil haben Schottersäulen gegenüber einer Pfahlgründung im Lüneburger Baugrund?
Schottersäulen verbessern den Baugrund flächig und verhindern Differenzsetzungen großflächig, während Pfähle die Last punktuell abtragen. Bei den setzungsempfindlichen Tonen in Lüneburg bietet das Rüttelstopfverfahren oft eine wirtschaftlichere Lösung, da die aufwändigen Pfahlkopfanschlüsse und Biegebemessungen für Erdbebenlasten entfallen.