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Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Lüneburg: Untergrund präzise abbilden

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Auf einer Baustelle am östlichen Rand von Lüneburg standen wir vor einem typischen Problem: unter einer drei Meter mächtigen Sandschicht, abgelagert vom Urstromtal der Ilmenau, zeigte die Vorerkundung eine unregelmäßige Beckenton-Linse. Der Bauherr plante ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage. Mit klassischen Bohrungen allein war die laterale Ausdehnung dieser Linse nicht zu fassen. Wir haben die seismische Tomographie eingesetzt, um die Grenzfläche zwischen Sand und Ton entlang eines 95-Meter-Profils zentimetergenau zu kartieren. Lüneburgs Untergrund ist geprägt von glazialen und postglazialen Sedimenten, die auf kurzer Distanz stark variieren. Die seismische Tomographie liefert hier ein zweidimensionales P-Wellen-Geschwindigkeitsmodell, das eine solide Grundlage für die Baugrundbeurteilung und die Planung von tiefen Aushüben bildet.

Mit seismischer Tomographie erkennen wir die Geometrie des Baugrunds in Lüneburg, bevor der erste Bagger rollt – Genauigkeit, die Kosten spart.

Unser Ansatz

Die historische Altstadt von Lüneburg ruht auf einem komplexen Untergrund, der durch jahrhundertelangen Salzstock-Abbau und die daraus resultierenden Senkungen zusätzlich belastet ist. Die seismische Tomographie hilft, Auflockerungszonen und alte Hohlräume zu erkennen, bevor eine neue Gründung geplant wird. Wir kombinieren dabei Refraktions- und Reflexionsmessungen. Die Refraktion liefert ein klares Bild der oberen 20 bis 40 Meter, ideal für die Erkundung der tragfähigen Schichten. Die Reflexion erreicht Tiefen von über 100 Metern und wird eingesetzt, wenn der Verdacht auf Subrosion im Bereich des Salzstocks besteht. Unsere Auswertung erfolgt nach DIN 4094-3 und wird mit Bohrprofilen aus der SPT-Bohrung kalibriert, um die seismischen Geschwindigkeiten in Bodenklassen zu übersetzen. So entsteht ein belastbares Modell für die statische Berechnung.
Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Lüneburg: Untergrund präzise abbilden
Technisches Referenzbild — Lüneburg

Örtliche Baugrundfaktoren

Lüneburg liegt in der Erdbebenzone 0 nach DIN EN 1998-1/NA, dennoch sind die Anforderungen an die Baugrundsicherheit hoch. Das reale Risiko geht nicht von tektonischen Beben aus, sondern von unentdeckten Subrosionssenken im Bereich des Salzstocks Lüneburg, die zu Setzungsrissen und Schiefstellungen führen können. Die DIN 4020 fordert eine umfassende geotechnische Erkundung. Ein punktuelles Bohrprofil allein kann eine verborgene Auslaugungszone nicht sicher abgrenzen. Die seismische Tomographie deckt diese Risiken flächig auf und ermöglicht es dem Tragwerksplaner, die Stabilität von Böschungen und die Setzungsempfindlichkeit des Gebäudes korrekt zu beurteilen. Ohne dieses Verfahren bleibt ein Restrisiko, das im Schadensfall sechsstellige Summen kosten kann.

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Erklärvideo

Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
Erkundungstiefe RefraktionBis 40 m unter GOK
Erkundungstiefe ReflexionBis 120 m unter GOK
Messraster0.25–2.0 m Geophonabstand
AuflösungSchichtgrenzen ab 0.5 m Mächtigkeit
Normative GrundlageDIN 4094-3, Eurocode 8
EinsatzbereichLockergestein und Festgestein
DatenformatSEG-Y, ASCII, DXF für CAD-Import

Weitere Fachleistungen

01

Refraktionsseismik für Baugrund und Gründung

Wir messen die Laufzeit der seismischen Kopfwelle entlang der Schichtgrenzen und leiten daraus ein P-Wellen-Geschwindigkeitsmodell ab. Dieses Verfahren ist ideal, um die Tiefe tragfähiger Kiese und Sande zu bestimmen und die Mächtigkeit weicher Deckschichten zu kartieren. Einsatz bei Neubauten, Erschließungen und der Planung von Bodenverbesserungen.

02

Reflexionsseismik für tiefe Strukturen und Subrosionserkennung

Bei der Reflexionsseismik zeichnen wir die von tieferen Grenzflächen reflektierten Wellen auf. In Lüneburg setzen wir sie ein, um den oberen Rand des Salzstocks und potenzielle Auslaugungszonen zu detektieren. Die Daten werden mit einer Common-Midpoint-Stapelung prozessiert und liefern ein detailliertes Bild bis 120 Meter Tiefe.

Maßgebliche Normen

DIN 4094-3: Baugrund – Felduntersuchungen – Teil 3: Seismische Messungen, DIN EN 1998-1/NA: Eurocode 8 – Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben, DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke

Häufige Fragen

Was kostet eine seismische Tomographie in Lüneburg?

Für eine typische Refraktionsmessung mit 120 Meter Profillänge und 4,5 Hz Geophonen bewegen sich die Kosten in Lüneburg zwischen 2.810 und 4.100 Euro, abhängig von der Zugänglichkeit des Geländes und der gewünschten Auflösung. Der Preis beinhaltet die Messung vor Ort, die seismische Datenprozessierung und einen Bericht mit interpretiertem Geschwindigkeitsmodell.

Welche Tiefe erreicht die seismische Tomographie?

Das hängt vom gewählten Verfahren ab. Die Refraktion erreicht bei einer Profillänge von 100 Metern typischerweise eine Erkundungstiefe von 20 bis 40 Metern unter GOK. Die Reflexionsseismik dringt tiefer ein und kann in Lüneburg Strukturen bis 120 Meter Tiefe abbilden, was für die Untersuchung des Salzstockrandes erforderlich ist.

Wie lange dauert eine Messung?

Eine Feldmessung mit einem 120-Meter-Profil dauert in der Regel einen halben Tag. Dazu kommen zwei bis drei Tage für die Datenprozessierung und die Interpretation. Den vollständigen Bericht erhalten Sie innerhalb einer Woche nach der Messung.

Können Sie mit der seismischen Tomographie alte Keller oder Hohlräume finden?

Ja, die seismische Tomographie ist empfindlich gegenüber Hohlräumen, da diese die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellen drastisch reduzieren. In der Lüneburger Altstadt, wo mit historischen Kellergewölben und Bergbauschächten zu rechnen ist, kombinieren wir die Refraktionsmessung mit einer hochauflösenden Reflexionsmessung, um solche Strukturen sicher zu orten.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Lüneburg und Umgebung.

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