Zwischen der sandigen Altstadtterrasse und dem feuchten Ilmenau-Vorland trennen Lüneburg oft nur wenige hundert Meter. Was oberflächlich homogen wirkt, zeigt im Untergrund extreme Kontraste: hier tragfähige Schmelzwassersande, dort setzungsempfindliche Beckentone oder salinare Auslaugungszonen. Genau diese Unsicherheit macht eine präzise Erkundung unverzichtbar. Mit der Vertikalen Elektrischen Sondierung (VES) bilden wir diese Grenzen zerstörungsfrei ab. Das Verfahren nutzt die unterschiedlichen spezifischen Widerstände von Salz, Ton, Sand und Grundwasser, um Schichtwechsel zu lokalisieren, bevor die erste Baggerschaufel ansetzt. In einer Stadt, die auf einem der größten Salzstöcke Norddeutschlands sitzt, liefert die seismische Mikrozonierung ergänzende dynamische Kennwerte, wenn neben der Leitfähigkeit auch die Steifigkeit des Baugrunds interessiert.
Die VES trennt in Lüneburg zuverlässig salinare, tonige und sandige Horizonte: ein zerstörungsfreies Bild des Untergrunds, bevor mechanische Aufschlüsse gesetzt werden.
Örtliche Baugrundfaktoren
Die DIN 4020 und das ergänzende EC 7-Handbuch fordern für Lüneburg eine explizite Auseinandersetzung mit Subrosionsphänomenen. Der Salzstock Lüneburg reicht bis knapp unter die Quartärbasis; Auslaugungsprozesse erzeugen Senken, Erdfälle und unkontrollierte Setzungen, die konventionelle Rammkernsondierungen oft erst zu spät erkennen. Eine reine Punktaufnahme übersieht die laterale Ausdehnung solcher Schwächezonen leicht. Die VES kartiert sie flächig, weil salinare Laugen und tonige Verwitterungsrückstände den elektrischen Widerstand drastisch verändern. In der östlichen Altstadt und entlang der Ilmenau-Aue ist dieser Kontrast besonders ausgeprägt. Wer hier ohne geoelektrische Vorerkundung gründet, riskiert ungleiche Setzungen und teure Nachbesserungen an Injektionen oder Gründungskörpern, die bei rechtzeitiger Detektion vermeidbar gewesen wären.
Häufige Fragen
Welche Tiefen erreicht die VES in den sandig-tonigen Böden Lüneburgs?
Mit einer Schlumberger-Auslage von 150 m erreichen wir in Lüneburg je nach Schichtwiderstand Erkundungstiefen zwischen 25 und 50 m. In tonigen Rinnenfüllungen dämpft die geringe Aufladung die Eindringtiefe etwas, während trockene Sande und der hochohmige Salzstock eine deutlich tiefere Sondierung erlauben. Für die meisten Bauvorhaben reicht das aus, um die quartäre Basis und den oberen Salinarbereich zu erfassen.
Kann die VES Erdfälle und Hohlräume im Untergrund erkennen?
Die VES detektiert die typischen Widerstandskontraste, die mit Subrosion einhergehen: ausgelaugte Zonen zeigen oft erhöhte Leitfähigkeit durch tonige Rückstände und mineralisiertes Wasser. Hohlräume selbst sind schwieriger direkt abzubilden, aber die Kombination aus flächigen Sondierungen und punktuellen CPT-Spitzenwiderständen grenzt Verdachtszonen sehr zuverlässig ein, bevor invasive Maßnahmen nötig werden.
Mit welchen Kosten muss ich für eine VES-Messung in Lüneburg rechnen?
Für eine Standard-Sondierung mit 100–150 m Auslage und anschließender 1D-Inversion liegen die Kosten in Lüneburg je nach Zugänglichkeit und Störfeld zwischen €530 und €940. Mehrpunkt-Profile oder Wiederholungsmessungen werden aufwandsabhängig kalkuliert. Wir erstellen vorab ein verbindliches Angebot auf Basis der geplanten Erkundungstiefe und der örtlichen Gegebenheiten.