In Lüneburg begegnet uns bei Verdichtungskontrollen immer wieder die gleiche Herausforderung: Geschiebemergel und feinsandige Beckenablagerungen wechseln auf engstem Raum, und nur mit einem normgerechten Sandkegelverfahren lässt sich hier belastbar nachweisen, ob der Verdichtungsgrad tatsächlich erreicht wurde. Der Sandkegelversuch nach DIN 18125-2 ist für uns als Prüfingenieure das Standardwerkzeug, wenn es um die Abnahme von Erdplanien, Verfüllungen und Hinterfüllungen geht – direkt vor Ort, ohne den Umweg über Laborwerte. In der Praxis kombinieren wir die Felddichtebestimmung routinemäßig mit ergänzenden Untersuchungen wie der Korngrößenanalyse, wenn die Proctor-Referenz an wechselhaften Bodenverhältnissen nachjustiert werden muss. Das spart Zeit auf der Baustelle und gibt dem Auftraggeber die Sicherheit, dass jede Lage sauber abgenommen ist.
Ein Verdichtungsgrad von 97 % auf dem Papier nützt nichts, wenn das Prüfverfahren nicht zur Bodenart passt. Der Sandkegel zeigt die Realität im Planum.
Unser Ansatz
Die DIN 18125-2 mit dem Sandkegelgerät ist für Lüneburger Verhältnisse besonders geeignet, weil sie anders als das Plattendruckverfahren direkt die Trockendichte in kg/m³ liefert und damit einen absoluten Vergleichswert zur Proctordichte schafft – entscheidend auf den hier verbreiteten bindigen Mischböden. In unserer täglichen Arbeit auf Baugruben und Trassen im Landkreis setzen wir kalibrierte Prüfsandchargen ein, deren Schüttdichte nach jedem Witterungswechsel neu bestimmt wird, um Messfehler auszuschließen. Das Verfahren erfasst Prüftiefen bis etwa 25 cm unter Planum und erlaubt eine Aussagegenauigkeit, die selbst bei heterogenen Auffüllungen mit Beimengungen von Ziegelbruch oder Schlacke – wie man sie im Bereich der ehemaligen Lüneburger Industriehäfen antrifft – noch verlässliche Werte liefert, sofern der Prüfhorizont sorgfältig vorbereitet wird.
Örtliche Baugrundfaktoren
Zwischen den hochgelegenen sandigen Terrassen im Westen Lüneburgs und den weichen Auelehmen der Ilmenau-Niederung liegen Welten, was die Verdichtungsfähigkeit angeht. Auf den Terrassenkiesen erreichen selbst mäßige Walzengänge schnell DPr-Werte über 100 %, während die tonig-schluffigen Aueböden im Bereich des Kurparks schon bei geringer Überverdichtung zu Scherflächen neigen. Das größte Risiko sehen wir in schlecht rückverdichteten Leitungsgräben unter Fahrbahnen: Setzungen von wenigen Zentimetern reichen aus, um Asphaltdecken reißen zu lassen, und die Sanierungskosten explodieren dann im Vergleich zur einfachen Prüfung. Ein weiteres lokales Problem sind organische Einschlüsse in den Niederungsböden – wer hier ohne Vorerkundung verdichtet und lediglich auf den Sandkegelwert schaut, läuft Gefahr, eine spätere Sackung durch biologische Zersetzung zu übersehen.
Maßgebliche Normen
DIN 18125-2: Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Dichte des Bodens; Teil 2: Sandkegelverfahren, DIN 18127: Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Proctorversuch, ZTV E-StB 17: Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, DIN EN 1997-2: Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN EN ISO/IEC 17025: Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien
Häufige Fragen
Wie viele Sandkegelversuche sind auf meiner Baustelle in Lüneburg erforderlich?
Die Prüfdichte richtet sich nach den ZTV E-StB 17 und den Vorgaben des Baugrundgutachtens. Im Straßenbau sind es typischerweise mindestens ein Versuch je 500 m² Planumsfläche oder je 50 m Grabenlänge. Bei wechselhaften Böden, wie sie zwischen Ilmenau-Aue und Geesthang vorkommen, empfehlen wir eine Verdichtung des Prüfrasters auf 300 m², um den Übergangsbereich sauber zu erfassen.
Was kostet eine Felddichtebestimmung mit dem Sandkegel in Lüneburg?
Für eine einzelne Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren nach DIN 18125-2 können Sie in Lüneburg mit Kosten zwischen €100 und €150 netto rechnen, abhängig von der Anzahl der Prüfpunkte, den Anfahrtsbedingungen und ob eine parallele Proctor-Referenzprobe im Labor bestimmt werden muss. Bei größeren Prüflosen ab 10 Versuchen erstellen wir ein Pauschalangebot.
Ab welchem Verdichtungsgrad DPr gilt die Abnahme als bestanden?
Der geforderte Verdichtungsgrad hängt vom Bauwerk und der Last ab. Im Erdplanum des Straßenbaus werden üblicherweise DPr ≥ 97 % verlangt, bei untergeordneten Verfüllungen genügen oft 95 %. Diese Werte beziehen sich immer auf die einfache Proctordichte, sofern im Leistungsverzeichnis nichts anderes festgelegt ist.
Kann das Sandkegelverfahren auch bei Regenwetter durchgeführt werden?
Leichter Nieselregen stört den Versuch nicht, solange der Prüfsand trocken aus dem Vorratsbehälter rieselt. Bei starkem Regen oder aufgeweichtem Planum müssen wir die Prüfung verschieben, weil sonst der Sand in der Grube verklebt und die Messergebnisse unbrauchbar werden. In Lüneburg mit seinen häufigen kurzen Schauern planen wir im Zweifel lieber eine Vormittagsmessung ein.
Welche Alternativen gibt es zum Sandkegel, wenn das Verfahren an seine Grenzen stößt?
Auf grobkörnigen Böden mit Steinen über 31,5 mm Korngröße stoßen wir mit dem Sandkegel an die Grenzen der DIN 18125-2. Dann weichen wir auf das Ausschachtungsverfahren mit Flüssigkeitsersatz (DIN 18125-1) aus oder kombinieren die Verdichtungskontrolle mit dynamischen Lastplattenversuchen, die ohne Aushub auskommen.